Michael in Canada  
Michael in Canada

 

 

26. August 2004

Die Uni

Nach einer schlechten Nacht (Das Bett ist viel zu kurz und es ist heiß) steh ich um halb 8 auf und mach mich mit der Skytrain auf den Weg zur Uni. Das sind coole Züge - fahren ganz ohne Fahrer! Es regnet in Strömen und als ich an der Uni, die ja auf einem Berg liegt aus dem Bus aussteige steh ich in dichtem Nebel. Ohne genau zu wissen wo ich eigentlich hin muss geh ich einfach mal in eine Richtung los und das war dann auch zufällig die richtige!

Helen Luk, der ich schon viele E-Mails geschrieben hab hat mich empfangen und mir einen riesen Stapel Papier in die Hand gedrückt. Dazu hat sie ewig viel erklärt und ich hoff ich konnte mir einiges davon merken. Das Physics Department ist schon ein gutes Stück kleiner als zu Hause und nochdazu ist fast kein Mensch da, weil gerade noch Ferien sind. Insgesamt wirkt das ganze sehr familiär, ich darf die Küche benutzen und es gibt einen Aufenthaltsraum für die Graduate Students. Ich bin einer von 12 neuen in diesem Semester, davon sind 5 Chinesen und 4 Kanadier. Nach dem ich in der Verwaltung meine Studiengebührenanzahltun geleistet habe bin ich ein bisschen rumgelaufen und hab mir auch meine Wohnheim zumindest von aussen angesehen. Jetzt kam auch ab und zu die Sonne durch den Nebel. Eins können die auch hier gut: "Where are you from? First time in Canada??"

Steven Dodge, der einzige Prof der da war hat mir sein Labor gezeigt. Er untersucht die Leitfähigkeit von bestimmten Materialien mit einem Femtosekunden-Laser. Das Signal misst er mit einem speziellen Sensor, der es erlaubt die Phase und Amplitude zu bestimmen und man bekommt damit direkt die komplexe Leitfähigkeit. In einem anderen Experiment misst er die Leitfähigkeit von Isolatoren, die mit einem gepulsten Laser angeregt werden.

Auf dem Rückweg von der Uni hab ich noch bei einer Scotiabank vorbeigeschaut um ein Konto zu eröffnen. Die konnten mir erst einen Termin am Samstag geben. Schon lustig, bei uns kommt man ja ohne neues Konto fast nicht aus der Bank raus wenn man sich nach deren Kontoprodukten erkundigt.

Downtown

Um 4 bin ich dann in Chinatown zum Essen gegangen. Aber irgendwie hab ich mir das falsche ausgesucht. Huhn mit Knochen drin ißt man mit Stäbchen nicht sooo gut. Aber geschmeckt hats trotzdem. Vielleicht sollt ich das nächste mal Chowmein nehmen, da ist man als Spaghettifreak auf der sicheren Seite! Danach bin ich kreuz und quer durch Downtown geirrt, hab den Wasserflugzeugen zugeschaut, in einem Wohngebiet nach offenen WLANs gesucht (gab zwar viele ohne Verschlüsselung, die waren dann aber wohl ohne DHCP) und mir dann noch einen Lonely Planet Vancouver gekauft. Zurück bin ich über die Indy-Strecke. Die Boxengasse bauen sie auf einem großen Parkplatz auf, da hats lauter Gummispuren am Boden. so schwarz wie die Kurven sind war das Rennen aber heuer vermutlich schon.

Abends hab ich lange mit dem Chinesen und einem älteren Thailänder geratscht. Die beiden haben sich darüber ausgetauscht, welche Tiere gut schmecken und welche nicht. Sehr interessant... Morgen werde ich mit den Asiaten Frühstücken gehen - bin mal gespannt!

back to top November 4, 2009
Michael Steger

Michael in Canada